Der neue Volvo EX60 wurde als das wichtigste Modell des schwedischen Herstellers seit Jahren vorgestellt und verfügt über eine neue Plattform, High-End-Technologie und eine enorme Reichweite.
Der EX60 soll mit dem BMW iX3 und dem Mercedes-Benz GLC EQ konkurrieren und ist das vierte maßgeschneiderte Elektroauto von Volvo. Er markiert auch den Einstieg der Marke in das zunehmend wichtige Segment der Premium-Elektro-SUVs.
Der EX60, der ab September 2026 weltweit auf den Markt kommen soll, ist das erste Auto, das die neue SPA3-Plattform von Volvo nutzt, die entscheidende Auswirkungen auf die Art und Weise hat, wie das Unternehmen seine Autos produziert, sowie auf deren technologische Fähigkeiten.
Der EX60 wird als elektrische Alternative zum Verbrennungsmotor XC60 dienen, der seit langem das meistverkaufte Auto des Unternehmens ist. Wenn Elektroautos nicht ganz Ihr Ding sind, keine Panik: Der XC60 wird weiterhin mit einer Auswahl an Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Antrieben erhältlich sein.
Werfen wir einen Blick auf die Zahlen. Der EX60 wird mit einem oder zwei Motoren erhältlich sein. Die Modelle mit einem Motor leisten 369 PS, während die Allradvarianten bis zu 671 PS leisten. In seiner schnellsten Ausführung beschleunigt der EX60 in nur 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h – so schnell wie ein Audi RS3.
Die Reichweite des EX60 ist ebenso beeindruckend wie seine Supercar-Leistungswerte. Die Einstiegsmodelle verfügen über eine 80-kWh-Batterie mit einer Reichweite von 620 km (385 Meilen), während die Mittelklasse-Modelle eine etwas größere 91-kWh-Batterie mit 659 km (410 Meilen) erhalten.
Die beeindruckendste Zahl stammt von der größten Batterie des EX60 – einer riesigen 112-kWh-Einheit mit einer Reichweite von 809 km (503 Meilen). Damit verfügt der EX60 nicht nur über eine der größten Batterien, mit denen ein europäisches Serienfahrzeug ausgestattet ist, sondern übertrifft auch den mit Spannung erwarteten BMW iX3 als Elektroauto mit der größten Reichweite auf dem Kontinent.
Im Innenraum folgt der EX60 den anderen Elektroautos der Volvo-Reihe und verfügt über ein minimalistisches, digital ausgerichtetes Cockpit. Das mehrschichtige Armaturenbrett beherbergt ein digitales Fahrerdisplay und ein großes Touchscreen-Infotainmentsystem, während sich die physischen Bedienelemente auf das Lenkrad und die Lenksäulenhebel beschränken.
Das bedeutet, dass es keinen Spiegelumschalter mehr gibt, der auf den Touchscreen verlegt wurde. Michael Fleiss, Chief Product and Strategy Officer bei Volvo, sagt jedoch, dass das Auto eine ausgewogene Balance zwischen physischen und digitalen Bedienelementen bieten wird. Er fügte hinzu, dass Touchscreens und Sprachsteuerungsfunktionen während der Fahrt tatsächlich sicherer zu bedienen sein können als Tasten und Schalter.
Apropos: Der EX60 verfügt über ein neues Computersystem namens HuginCore, das 50 Millionen Operationen pro Sekunde ausführen kann. Für den Fahrer bedeutet dies leistungsfähigere Infotainment-, Fahrzeugsteuerungs- und Fahrerassistenzsysteme, die über Sprachbefehle gesteuert werden können. Google Gemini AI ist ebenfalls in das System integriert.
Obwohl der EX60 das elektrische Pendant zum XC60 ist, hat er unter der Karosserie nichts mit seinem benzinbetriebenen Gegenstück gemeinsam. Er hat auch ein anderes Design, um sich von diesem abzuheben.
Volvo behauptet, dass das Auto „die skandinavischen Designprinzipien des Unternehmens weiter in eine vollelektrische Ära führt”, wobei seine schlanke aerodynamische Silhouette und minimalistischen Oberflächen besonders hervorstechen.
Volvo sagt auch, dass das Auto dank seiner Dachlinie, der niedrigen Motorhaube und den sich verjüngenden Radkästen „durch die Luft gleitet”, was zu einem Luftwiderstandsbeiwert von nur 0,26 beiträgt, der weit unter dem anderer SUVs seiner Größe liegt. Tatsächlich ist es eher mit einem Kombi oder einer Limousine vergleichbar. Das dürfte dazu beitragen, dass es seine hohen Reichweitenwerte erreicht.
Später wird auch ein robuster EX60 Cross Country mit Allradantrieb und einer Leistung zwischen 503 PS und 671 PS auf den Markt kommen. Wie der EX30 wird auch der EX60 Cross Country mit einer erhöhten Bodenfreiheit, maßgeschneiderten Rädern, verbreiterten Radkästen und Unterfahrschutz sowie einer um 20 mm angehobenen Federung angeboten.
Die Modellpalette des EX60 wird auf drei Ausstattungsvarianten vereinfacht – Core, Plus und Ultra. Diese Strategie soll sowohl die Produktionskosten senken als auch das Kauferlebnis für die Kunden optimieren.
Die Plattform des EX60 ist für die zukünftigen Elektroautos von Volvo von entscheidender Bedeutung. Im Grunde handelt es sich dabei um die Unternehmensversion der neuen Neue-Klasse- und MEA-Plattformen, auf denen die Konkurrenzmodelle von BMW und Mercedes basieren. Das neue System umfasst fortschrittliche Batterietechnologien, eine neue Motorenfamilie und innovative Konstruktionsmethoden, um Reichweite, Kosteneffizienz, Dynamik und Sicherheit zu verbessern.
Die SPA3-Plattform ist äußerst anpassungsfähig und für eine breite Palette von Elektrofahrzeugen ausgelegt, vom kompakten EX30 (4,2 m) bis zum großen EX90 (5,0 m). Diese modulare Architektur wird die Grundlage für alle zukünftigen speziellen Volvo-Elektrofahrzeuge sowie für bestimmte Modelle anderer Marken innerhalb der Geely-Gruppe bilden, wie beispielsweise den für 2028 geplanten Crossover Polestar 7.
