Lotus hat eine Plug-in-Hybridversion des SUV Eletre vorgestellt, der sich durch enorme Leistung und die größte rein elektrische Reichweite aller derzeit erhältlichen Fahrzeuge auszeichnet.
Der Plug-in-Hybrid Eletre wird Ende dieses Jahres in Europa auf den Markt kommen und ist besonders bedeutsam, da er die Rückkehr der chinesischen Marke zu Verbrennungsmotoren markiert, nachdem sie ursprünglich versprochen hatte, vollständig auf Elektroantriebe umzusteigen.
Das Auto wurde gerade in China auf den Markt gebracht und ist als eigenständiges Modell zum vollelektrischen Lotus Eletre positioniert.
Als solches hat es einen eigenen Namen erhalten: For Me – ein Name, der aller Wahrscheinlichkeit nach in anderen Märkten nicht verwendet werden wird.
Der Antriebsstrang des For Me besteht aus einem 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner und einem Synchron-Elektromotor an jeder Achse.
Die Gesamtleistung beträgt beeindruckende 939 PS, wodurch der SUV in 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Damit ist er leistungsstärker als der vollelektrische Eletre R, der mit maximal 892 PS angeboten wird.
Außerdem ist er mit einer riesigen 70-kWh-Batterie ausgestattet, die laut dem großzügigen CLTC-Testzyklus in China eine rein elektrische Reichweite von 321 km (220 Meilen) bietet. Lotus gibt außerdem eine kombinierte Reichweite von 1416 km (880 Meilen) an.
Mit diesem Plug-in-Hybridmodell zielt Lotus auf Luxuskonkurrenten ab, wobei Marken-CEO Feng Qingfeng andeutet, dass der Lamborghini Urus und der Ferrari Purosangue im Visier sind. Derzeit ist nur der Urus mit einem Plug-in-Hybridantrieb erhältlich.
Schnellladen ist dank der 6C-Technologie von Lotus ebenfalls möglich. Das Unternehmen gibt an, dass das Fahrzeug in nur acht Minuten von 30 % auf 60 % aufgeladen werden kann.
Lotus hat außerdem das sogenannte 6D Digital Dynamic Chassis eingebaut. Dieses System umfasst eine adaptive 48-V-Stabilisatorstange, die laut Herstellerangaben das manchmal mit SUVs verbundene „bootähnliche” Fahrgefühl mindert.
Je nach gewählter Ausstattung wiegt der For Me zwischen 2575 kg und 2625 kg, was in etwa dem Gewicht des vollelektrischen Eletre entspricht.
Die „X-Hybrid”-Technologie, die Potenzial für weitere Upgrades verspricht, ist vergleichbar mit dem System, das im Luxus-SUV 9X der Lotus-Schwestermarke Zeekr zum Einsatz kommt. Der Zeekr 9X verfügt über drei Elektromotoren, die zusammen eine beachtliche Leistung von 1381 PS erzielen.
Die Umstellung des Unternehmens auf Plug-in-Hybridantrieb eröffnet der Marke neue Marktchancen, insbesondere für wohlhabende Kunden, die bisher zögerten, auf Elektroautos umzusteigen. Neben dem Urus wird der For Me auch gegen den 717 PS starken Aston Martin DBX und den 748 PS starken BMW XM antreten.
Lotus passt seine Strategie an, nachdem die Verkäufe seiner Elektrofahrzeuge Eletre und Emeya hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Trotz der früheren Verpflichtung zu einer vollständig elektrischen Modellpalette bis 2028 plant das Unternehmen nun die Einführung von Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeugen (PHEV) seiner Modelle.
Diese Umstellung umfasst auch eine PHEV-Version des Sportwagens Emira, die im Rahmen einer Modellpflege eingeführt werden soll, die zeitlich mit der Änderung der Euro-7-Abgasnorm für bestehende Modelle im Jahr 2027 zusammenfällt. CEO Feng Qingfeng erklärte, dass die Einführung von PHEVs den Absatz in Regionen ankurbeln soll, in denen die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen bisher gering ist, wie beispielsweise in Italien und Saudi-Arabien.
Die PHEVs sollen auch die Finanzlage von Lotus verbessern. Das Unternehmen meldete für die ersten neun Monate des Jahres 2025 einen operativen Verlust von 357 Millionen US-Dollar (€302 Millionen)
