Die Festlegung einheitlicher Standards ist seit jeher ein ständiges Ärgernis in der Automobiltechnik.
Das Problem ist, dass jeder eine andere Vorstellung davon hat, wie man Dinge angeht, sodass es am Ende unzählige verschiedene Versionen derselben Sache gibt, die kaum oder gar nicht miteinander kompatibel sind.
Nehmen wir zum Beispiel die verschiedenen Ladeanschlüsse für Elektrofahrzeuge wie Typ 1, Typ 2, Chademo und CCS. Welcher Typ sich durchsetzt, hängt oft davon ab, in welchem Teil der Welt man lebt.
Volkswagen hat dieses Phänomen im Bereich des Designs von EV-Batterien und Batteriezellen im Keim erstickt.

Die „Unified Cell“, über die wir bereits berichtet haben, wurde gemeinsam mit der Tochtergesellschaft PowerCo entwickelt, um das Design von Batteriezellen zu standardisieren, und im vergangenen Jahr wurden die ersten serienreifen Exemplare vorgestellt.
Die „Unified Cell“ wird ihr Debüt in der „Electric Urban Car Family“ des Unternehmens feiern und unter den Marken Volkswagen, Skoda und Cupra auf den Markt kommen. Autocar hat im Dezember letzten Jahres einen Prototyp des VW ID Polo getestet.
Die Zelle, die letztendlich in 80 % der Marken der Volkswagen-Gruppe zum Einsatz kommen soll, gilt als großer Fortschritt im Zelldesign mit einer Energiedichte von bis zu 660 Wh (0,66 kWh) pro Liter des von den Zellen eingenommenen Volumens.

Dies soll eine Verbesserung von 10 % gegenüber den bisher besten Zellen darstellen, was durch den Einbau auf „Cell-to-Pack“-Basis ermöglicht wird, bei dem der Zwischenschritt des Verpackens der Zellen in Module vor dem Einbau in einen Batteriepack entfällt.

Das Ziel ist, dass die Fahrzeuge der Urban Family eine Reichweite von 280 Meilen und eine Ladezeit von unter 25 Minuten erreichen, abhängig von der verwendeten Zellchemie.

Die Unified Cell kann verschiedene Chemien aufnehmen, darunter LFP (Lithium-Eisenphosphat, wobei das „F“ für „ferrous“ steht, da es sich um das Kathodenmaterial handelt) und NMC (Nickel-Mangan-Kobalt), das typischerweise eine höhere Energiedichte als LFP aufweist und somit bei gleichem Gewicht und Volumen eine größere Reichweite ermöglicht.
Die Zellen sind zudem für Natriumionen (Na-Ionen) geeignet, die erst letzten Monat vom chinesischen Batteriehersteller CATL in Serie gebracht wurden.

Unified Cells sind mehr als nur ein Format, das den Herstellern entgegenkommt. VW geht davon aus, dass die Standardisierung zu enormen Skaleneffekten sowohl bei den Zellen als auch bei den gesamten Batteriesystemen führen wird.
Die Kosten für die Batterie machen etwa 40 % des Preises eines Elektrofahrzeugs aus, was also günstigere Autos bedeuten dürfte – was unerlässlich ist, wenn Elektrofahrzeuge im städtischen Verkehr kommerziell erfolgreich sein sollen.

Der Nachteil von Natrium-Ionen-Batterien war bisher stets eine geringere Energiedichte als bei Lithium-Ionen-Batterien, doch dies verbessert sich mit fortschreitender Entwicklung.
Die Rohstoffe sind billiger und die Umweltbilanz ist besser, sodass Natrium-Ionen-Batterien das Potenzial für einen geringeren CO₂-Fußabdruck während ihrer Lebensdauer haben.
